Roger Bordage, Président du Comitee international des Sachsenhausen, est décédé, 10.08.2017 Paris, Cimitière Père Lachaise

Chère Beatrice Bordage, chère famille, chèrs amis de Roger Bordage,

Le mémorial de Sachsenhausen et la fondation des memoriaux Brandenbourgoise pleurent notre président et notre ami Roger Bordage.

Roger Bordage était un ami exceptionnel qui avait accompagné de près le développement du Mémorial depuis les années 90. En sa qualité d’ancien fonctionnaire international de l’UNESCO il a, comme aucun autre, soutenu en particulier la signification internationale du Mémorial de Sachsenhausen et la culture allemande du souvenir en général. C’est principalement à son initiative que le Parlement européen a adopté en janvier 1993 une résolution qui fut novatrice pour les mémoriaux des camps de concentration en Allemagne. Il s’agissait, selon ce texte, de conserver les lieux authentiques et de se prémunir des confusions des diverses phases historiques. En tant que membre du Comité international de la Fondation Roger Bordage aidait toujours et par tous les moyens le Mémorial de Sachsenhausen. Pour ses mérites il fut promu Commandeur de la Légion d’honneur en 2014 et distingué également par la médaille du mérite du Land de Brandebourg.

À la fin de sa carrière professionnelle le survivant des camps s’engagea davantage dans l’Amicale française. Son expérience internationale, sa maitrise parfaite de l’espagnol et de l’anglais et ses connaissances politiques étaient d’un grand secours pour ses deux prédécesseurs à la présidence du Comité international Charles Désirat et Pierre Gouffault. Quand son vieil ami Pierre Gouffault mourut Roger Bordage fut élu Président du Comité international de Sachsenhausen par les différents présidents des comités nationaux de Sachsenhausen. Cette année encore, en avril, il a présidé avec brio la séance annuelle du Comité et animé entre autres la discussion avec la nouvelle secrétaire d’État du ministère de la Culture Dr. Gutheil. Ses excellents contacts avec les ambassadeurs étrangers à Berlin, et particulièrement avec les ambassadeurs de France, ont permis de mettre davantage en valeur aussi la signification du souvenir des crimes nazis. Au cours de l’été 2016 il accompagna, en fauteuil roulant, les ambassadeurs de France et d’Espagne lors d’une visite du Mémorial de Sachsenhausen malgré des températures de plus de 40 degrés. Bien que déjà marqué par sa grave maladie Roger Bordage est venu le 5 mai de cette année à la dernière réunion du Comité international. Il s’engagea surtout pour l’agrandissement du Mémorial de Lieberose et pour ces camarades juives.

Roger Bordage était un Européen convaincu qui s’inquiétait de la montée des mouvements nationalistes et de `droite´ non seulement en France. Cela ne le fit pourtant pas dévier de son fort optimisme historique et de sa grande confiance en la démocratie. Son conseil inspirait les autres présidents des associations internationales. Et pour moi Roger Bordage n’était pas qu’un précieux conseiller et interlocuteur mais également un ami auquel je pense avec chaleur et une immense gratitude. La Fondation des Mémoriaux du Brandebourg et le Mémorial de Sachsenhausen pleurent Roger Bordage, un grand ami, un ami sympathique, un interlocuteur qui inspirait, un soutien cosmopolite, généreux et doué d’une expérience internationale, un combattant fortement déterminé des mémoriaux et un conseiller fin politique, qu’elles ne pourront pas remercier suffisamment. Le Mémorial de Sachsenhausen continuera toujours d’honorer sa mémoire.

Permettez moi de parler à ma fin les derniere mots que je pouvai encore lui dire sur son lit de mort : we had togehter a strong fight to beware the memory of the victims of Sachsenhausen, but we succeeded at last. We both had a lot of interesting discussions since more than twenty years and I think we agree totaly in the future of the memorial. But also we laughed a lot togehter. I will say thank you very much for your friendship, for your support, for your inspiration, for your advice. It was for the memorial and for me a great luck, that you, our president was on our side to each time. We all love you !

Günter Morsch, 10. August 2017

Zehn Jahre internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen/Haus Szczypiorski

ZEHN JAHRE INTERNATIONALE JUGENDBEGEGNUNGSSTÄTTE SACHSENHAUSEN – HAUS SZCZYPIORSKI

14. September 2016

BEGRÜSSUNG

Prof. Dr. Günter Morsch

 

Sehr geehrter Herr Fritzke,

liebe Frau Herrmann,

Damen und Herren,

 

Begrüssung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte,

Dank an:

Frau Anders, Frau Bohra, Gedenkstättenlehrer, Frau Herrmann und ihr Team, alle Helferinnen und Helfer, alle Teilnehmer am Turnier, an der Diskussionsrunde sowie Thomas Lutz

Dank vor allem an diejenigen, die vor mehr als zwanzig Jahren damit begonnen haben das Projekt „IJBS“ zu entwickeln: Bürgerinitiativen, Jugendverbände, Prominente, Politiker, Polnische Botschafter,  DJH, Minister Steffen Reiche sowie Mitarbeiter der Verwaltungen aus Bildungs- und Kulturministerium, Kollegen anderer Gedenkstätten und Begegnungsstätten, insbesondere dem Kooperationsverbund, Mitarbeiter und vor allem viele, viele Jugendliche, z. B. aus dem VHS Bildungswerk

In erster Linie aber Dank an die Überlebenden, an Charles Desirat, Pierre Gouffault, Roger Bordage, Adam König, Zislaw Jasko, Karl Stenzel, Mark Televic

 

Die Einrichtungen der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Below, Brandenburg, Ravensbrück und Sachsenhausen verstehen sich nicht nur als Orte des Gedenkens und des Trauerns sowie als moderne, zeithistorische Museen, sondern auch als Einrichtungen politischer Bildung, wo mit zeitgemäßen didaktischen Methoden der Erwerb von Wissen und Kenntnissen über die Vergangenheit mit der Vermittlung von zentralen Werten der Demokratie verknüpft werden soll. Ein kritisches Geschichtsbewusstsein, das sich nicht für politische Ziele instrumentalisieren lässt, das kurzschlüssige Vereinfachungen oder Parallelisierungen meidet, vielmehr Differenzierungen heraus arbeitet sowie Widersprüche aushält und immer wieder selbst Fragen über die Vergangenheit an die Gegenwart und die Zukunft hervor bringt, kann ohne Formen intensiver und selbsttätiger Beschäftigung mit der Geschichte nicht wachsen. Soll aber Bildung erfolgreich und nachhaltig sein, dann braucht sie Geduld und  Kreativität für das selbsttätige Studium der Quellen und Interpretationen, sie braucht professionelle, qualifizierte Pädagogen, die in der Lage sind, solche Konzepte immer wieder neu zu entwickeln und zu evaluieren, sie braucht vor allem auch Geld für die Lehr- und Lernmittel sowie eine Bildungsstätte, an der man sich wohl fühlen kann und wo Lernen Freude macht. Zumindest letzteres ist nun für Sachsenhausen wie die zehnjährige Erfolgsgeschichte seit Eröffnung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte/ Haus Szczypiorski eindrucksvoll zeigt, gesichert. Die Jugendherberge Sachsenhausen ist ein lebendiger Ort geworden, an dem trotz der belastenden Geschichte der Villa, die sich einst der oberste Chef des Systems der Konzentrationslager errichten ließ, gelacht und gelernt werden kann, wo Freundschaften entstehen und über Sprachschwierigkeiten und kulturelle Unterschiede hinweg ein Verständnis für die gemeinsame europäische Geschichte wächst, wo an Lagerfeuern und bei Grillabenden nicht nur die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Geschichte, sondern auch die Probleme und Gefahren der Gegenwart und der Zukunft diskutiert werden. Das Haus Szczypiorski ist, kurz gesagt, zu dem Zentrum des Lernens, Diskutierens und Lachens geworden, das wir uns immer gewünscht haben. 

 

Kein Rückblick kommt einen Blick in die Zukunft aus. Was würden wir uns wünschen? Am Beginn unseres nicht einfachen Kampfes für die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Sachsenhausen stand viel Kleinmut und Konkurrenzdenken. Ganz unbegründet war die Skepsis, die von allzu vielen geteilt wurde, angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den neunziger Jahren nicht.  Ursprünglich, so hatte vor allem das Deutsche Jugendherbergswerk errechnet und ein vom Landkreis finanziertes Gutachten stützte die Kalkulation, vertrage dieser bekannte und wichtige Ort Sachsenhausen in der Nähe Berlins durchaus größere Dimensionen: von 150 Betten war die Rede, vom Ausbau der naheliegenden SS-Kasernen zu einem Bettenhaus und die Gedenkstätte hielt mit Unterstützung vergleichbarer Einrichtungen in Auschwitz und Dachau die Einstellung von mindestens zwei hauptamtliche Vollzeit-Pädagogen für erforderlich. Daraus ist eine Einrichtung mit 32 Betten und einer halben Pädagogen-Stelle geworden, die aus dem Personalbestand der Gedenkstätte herausgenommen werden musste.  Was damals, vor zwanzig Jahren, vernünftig und sinnvoll war, das ist durch die Erfolgsgeschichte der letzten zehn Jahre bestätigt worden. Mehr als 700.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt, die in diesem Jahr die Gedenkstätte Sachsenhausen voraussichtlich besichtigen werden, sprechen eine deutliche Sprache. Sachsenhausen ist nach Dachau zur größten KZ-Gedenkstätte der Bundesrepublik geworden. Das Max-Mannheimer-Zentrum in Dachau, die dortige Jugendbegegnungsstätte, beweist, welche Potentiale und Leistungen für die politische Bildung an großen KZ-Gedenkstätten möglich sind.  Lassen Sie uns also unseren Traum, unsere nur allzu realistische Perspektive nicht aufgeben; es ist jetzt, zehn Jahren nach der Eröffnung der internationalen Jugendbegegnungsstätte, an der Zeit, die Tür zur Zukunft der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen/Haus Szczypiorski aufzustoßen.

„Sachsenhausen mahnt“. Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen vor fünfzig Jahren im Schatten des Kalten Krieges, 2011

„SACHSENHAUSEN MAHNT!“ „Sachsenhausen mahnt“. Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen vor fünfzig Jahren im Schatten des Kalten Krieges, 2011 weiterlesen

Rede: Kontinuität im Wandel. 20 Jahre Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, 26. Februar 2013

Rede: Kontinuität im Wandel. 20 Jahre Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, 26. Februar 2013 weiterlesen